Nachgefragt

„Woran erkenne ich einen guten Arbeitgeber?“

  Manfred Köteles


Geschäftsführer und Vertriebsleiter

Bacher Systems EDV GmbH


„Ich halte nichts vom Begriff Work-Life-Ba- lance. Denn damit klammert man einen sehr großen Lebensanteil aus, das wäre im wahrsten Sinn des Wortes ‚lebensfeind- lich‘. Für uns gehört beides, Arbeit und Pri- vates, zum Leben. Wir leben Work-Private- Balance. Und sowohl zum Arbeitsanteil un- serer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch zur Balance mit ihrem Privatleben tra- gen wir vieles bei, das positiv erlebt wird. Das bringt Zufriedenheit, die unter ande- rem der Treibstoff ist für außergewöhnli- che Leistungen. Die daraus folgende hohe Kundenzufriedenheit wirkt sich wieder po- sitiv auf uns alle aus. Denn wir alle arbei- ten lieber für zufriedene Kunden – ein sich selbst nährender Kreislauf.“


Foto: Fotostudio Georg Wilke

Foto: Philipp Grausam

  Christoph Hackl


Senior IT-Trainer

ETC – Enterprise Training Center GmbH


„Die Unternehmensgröße ist ein wichtiger Indikator: Größere Unternehmen haben meist mehr Budget, bieten technologische Möglichkeiten, die es anderswo nicht gibt, vielleicht sogar eine Betriebspension. Da- für hat man eventuell ein eingeschränktes, sehr spezialisiertes Arbeitsfeld. In einem kleinen Unternehmen gibt es meist weni- ger Budget, dafür mehr Gestaltungsmög- lichkeiten. Jeder gute Arbeitgeber sollte Aufstiegschancen und Weiterbildungs- möglichkeiten bieten – wie das gehand- habt wird, lässt auch Rückschlüsse auf die Unternehmensphilosophie zu. Eine gewis- se Flexibilität der Arbeitszeit in beide Rich- tungen ist empfehlenswert. Bei All-in-Ver- trägen ist Vorsicht geboten, die konkreten Bedingungen sollte man vorab genau be- sprechen. Auch mögliche Bereitschaftszei- ten sollte man im Bewerbungsgespräch kritisch hinterfragen.“


  Mario Koplmüller


Bereichsleiter Recruiting IT

epunkt GmbH


„Ein guter Arbeitgeber hat erkannt, dass er sich mittlerweile beim Kandidaten bewer- ben muss – und nicht umgekehrt. IT-Exper- ten und nicht die HR-Abteilung sollten den Recruiting-Prozess durchführen, mit den Bewerbern von Anfang an auf Augenhöhe sprechen und die fachlichen Perspektiven für die nächsten Jahre klar darlegen. Zu- kunftsorientierte Unternehmen bieten Sta- te-of-the-Art-Technologie sowie eine agile Unternehmenskultur mit flachen Hierarchi- en, wenig Bürokratie und hohem Wohlfühl- faktor. Ein bis drei Tage Homeoffice pro Woche sollten selbstverständlich sein. Gute Benefits sind jährliche Weiterbildungsbud- gets, die man nach eigenem Geschmack nutzen kann, oder die Möglichkeit, etwa 20 Prozent seiner Arbeitszeit für die Entwick- lung einer eigenen Idee zu nutzen – die von der Firma, wenn sie an diese Idee glaubt, sogar finanziell unterstützt wird.“


Foto: epunkt

Foto: privat

  Nicola Schlosser


Account Executive

SAP Österreich GmbH


„Nachdem ich bei einem Start-up in Lon- don und einem kleinen Technologie-Unter- nehmen in Regensburg gearbeitet habe, wollte ich in ein großes Unternehmen wechseln. Der ideale Arbeitgeber bietet mir in flachen Hierarchien spannende Auf- stiegschancen sowie die Möglichkeit, un- terschiedliche Bereiche kennenzulernen – ebenso wie in internationalen und interdis- ziplinären Teams zu arbeiten. 2017 habe ich bei SAP mit einem Trainee Programm im Sales begonnen. Bei SAP gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, im Rahmen meines Trainee-Programms konnte ich in den USA 100 Kollegen aus 20 Ländern ken- nenlernen und mein Produktwissen vertie- fen. Benefits wie ein tolles Fitness-Studio am Standort sorgen dafür, dass die Arbeit auch Spaß macht.“