Blitzg’scheit

Hardware neu denken: Im FED-Open-Projekt ADOPD (Adaptive Optical Dendrites) entwickeln Forscher der TU Graz auf Basis von Glasfasertechnologien ultraschnelle Recheneinheiten. Sie sollen nach den Prinzipien der Informationsverarbeitung im Gehirn funktionieren: eine hochverdichtete, parallel ablaufende und nichtlineare Rechenleistung.



Tattoo-Alert

Forscher der TU München arbeiten an einer speziellen Tinte für medizinische Tattoos. Kommt sie mit Biomarkern in Kontakt, wechselt sie die Farbe und gibt Auskunft über bestimmte Blutwerte. Tätowierte können den pH-Wert, die Glukose und das Albumin ablesen und so Säure-Basen- Balance, Blutzuckerspiegel und Leberfunkti- on überwachen. Der Farbwechsel ist klar erkennbar, genaue Werte sieht man über eine App, die die Farbskala ausliest. Ein ähnliches Projekt von Penn State und Harbin Institute of Technology bringt gedruckte Sensoren auf die Haut, die sich bei Erwär- mung verformen und nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Bis dahin senden sie Messwerte ans Handy. Das System lässt sich angeblich sogar so modifizieren, dass es die typischen Symptome einer Covid-19- Infektion erkennt.

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Foto: Jimmy Day

Ein Mikroskop macht Dinge sichtbar, die mit freiem Auge nicht erkennbar sind. Ein Teleskop zeigt weit entfernte Himmelskörper. Was ist aber bitte ein Dataskop? Das Forschungsprojekt der FH St. Pölten veranschaulicht verborgene Daten aus der Umgebung. Ein Beispiel: Sensoren können Bodentemperatur und Luftfeuchtigkeit messen und dafür sorgen, dass Räum- und Streufahrzeuge am Land optimal eingesetzt werden, was wiederum die Verkehrssicherheit erhöht. Die oft unzureichende Netzabde- ckung im ländlichen Raum erschwert aber die Gewinnung und Übertra- gung von Sensordaten. Das Projekt entwickelt also mehrere technische Prototypen, etwa günstige Low-Power-WLAN-Kits, offene Datenmanage- mentplattformen und Visualisierungsmethoden, um Sensordaten über große Entfernungen erfassen, übermitteln und nutzen zu können.


Die Einsatzgebiete sind bunt wie das Leben: für Katastrophenschutz, Landwirtschaft und Weinbau, aber auch Umweltschutz und Winterdienst kann die Technologie einen wertvollen Überblick geben. „Wir wollen eine vernetzte Zukunft des ländlichen Raums mit gut ausgebauten digitalen Infrastrukturen unterstützen und damit einen Mehrwert sowie neue Ge- schäftsfelder und Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Wolfgang Aigner, der dieses Projekt sowie das Institut für Creative Media Technologies an der FH St. Pölten leitet.

Foto: FH St. Pölten/Wolfgang Aigner

Mehr sehen: Am Display offenbaren sich Umweltdaten, etwa Windstärke und die aktuelle Luftverschmutzung.

Eine Datenlupe für den ländlichen Raum

Das Dataskop macht Umweltinformationen aus der Umgebung über Augmented Reality sichtbar.