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Ein toughes Dreiergespann

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Top organisiert. Agile Softwareentwicklung ist Teamarbeit, bei der die Rollen klar verteilt sind. Wir beleuchten die drei Parts in einem Scrum-Team.

Der Stratege


Product Owner


Rolle: Egal, was genau entwickelt werden soll, jemand muss die Anforderungen im Blick behalten. Der Product Owner übernimmt die Rolle des Auftraggebers und beurteilt, ob die Anwendung auch die vielfältigen Ansprüche an Funktionalität, Usability, Performance und Qualität erfüllt.

Aufgabengebiet: Die Product Backlogs zu pflegen und zu priorisieren ist eine seiner Hauptaufgaben. Damit legt der Product Owner fest, in welcher Reihenfolge die Tasks ausgearbeitet werden sollen. Außerdem übernimmt der Product Owner die Kommuni- kation mit dem Kunden und legt mit ihm gemeinsam die Features und die Timeline fest.

Alternative Bezeichnungen: Scherzhaft wird er SCN genannt, was für „single chokable neck“ steht. Denn in seiner verantwortungs- vollen Rolle ist der Product Owner wohl auch die Person, deren „Hals gewürgt“ wird, wenn das Team nach seinen Vorgaben Mist produziert.

Nötige Skills: Ein kommunikatives Organisati- onstalent ist gefragt, das sich auch auf der technischen Ebene gut auskennt und weiß, welche Anforderungen an das Produkt realisierbar sind. Nur dann kann der Kunde auch gut beraten und die Arbeit im Team gut geplant werden.

Das Tolle am Beruf: Die Möglichkeit, ein Produkt maßgeblich mitzugestalten und damit Kundenwünsche in Erfüllung gehen zu lassen.

Durchschnittliches Jahresgehalt:

53.400 Euro*

Der Schiedsrichter


Scrum Master


Rolle: Der Scrum Master kümmert sich darum, dass die agile Softwareentwicklung möglichst reibungsfrei abläuft und alle Beteiligten die Regeln einhalten.

Aufgabengebiet: Der Scrum Master moderiert die „Daily Standups“ und die Sprint Meetings und sorgt dafür, dass der Informationsfluss im Team funktioniert. Er beseitigt Hindernisse, optimiert die Abläufe und motiviert alle Beteiligten. Und bei all dem mischt er sich inhaltlich nicht ein, sondern richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf den Prozess.

Alternative Bezeichnungen: keine

Nötige Skills: Die Spielregeln des Scrum nur zu kennen, reicht nicht aus. Der Scrum Master muss sie durch und durch verstehen, damit er das Team auch in schwierigen Situationen oder Konflikten durch die Prozesse führen kann. Soft Skills sind in dieser Mediatorrolle unerlässlich.

Das Tolle am Beruf: Man ist ein Facilitator, ein Ermöglicher von Dingen, unterstützt andere bei ihrer Arbeit und hat engen Kontakt zu seinen Teamkollegen. Eine Weiterentwicklung ins Coaching ist möglich.

Durchschnittliches Jahresgehalt:

56.000 Euro*

Die Spieler


Developer


Rolle: Die Developer sind die Ausführer. Sie wissen, wie es geht, sie setzen die Theorie in die Praxis um und berichten im Team darüber.

Aufgabengebiet: Die Developer schätzen ein, wie groß der Aufwand jeweils ist, und bestimmen, wie viele Tasks aus dem Backlog sie im nächsten Sprint bewältigen können. In Absprache mit dem Product Owner können kleinere Projekte aus der Liste vorgereiht werden, falls das für den Prozess zielführend ist.

Alternative Bezeichnungen:

Programmierer, Entwickler, Software-Engineer

Nötige Skills: Fundierte Programmier- Kenntnisse sind natürlich eine Grundvoraus- setzung. Aber auch die Fähigkeit, mit den agilen Prozessen, die Scrum vorsieht, umgehen zu können, ist ein absolutes Muss.

Das Tolle am Beruf: Als Developer ist man operativ tätig und sieht damit unmittelbar den Fortschritt seiner Arbeit. Da es mehrere Developer gibt, können sie sich die Aufgaben untereinander aufteilen.

Durchschnittliches Jahresgehalt:

46.400 Euro*

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Scrum ist ein Begriff aus dem Rugby, der übersetzt etwa so viel bedeutet wie „angeordnetes Gedränge“. Dabei kommen klare Regeln zum Einsatz, um das Spiel nach Fouls oder anderen Verstößen neu zu starten. Mittlerweile wird es nicht nur in der agilen Softwareentwicklung angewandt, sondern auch beim Projektmanagement in weiteren Bereichen.

* laut stepstone.at