Vorsprung durch Vorausschauen

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Eine neue Analyseme- thode kann Produktion und Logistik entschei- dend verbessern, er- zählt Vize-Dekan für Forschung Michael Affenzeller.

Ob Fabrikslayout, Produktionsreihenfolgen, Lagerverwaltung oder Trans- portwege – in der industriellen Fertigung und innerbetrieblichen Logistik gibt es viele hochkomplexe, stark miteinander verschränkte Teilbereiche zu optimieren.

Eben damit beschäftigen sich FH-Prof. Dr. Michael Affenzeller und sein Forschungsteam des „Heuristic and Evolutionary Algorithms Laboratory“ (HEAL) in Hagenberg.

Im COMET K-Projekt HOPL entwickelten sie mit Partnern aus Industrie und Forschung Lösungen für Unternehmen wie voestalpine, Rosenbauer und Miba und optimierten z. B. den Stahlproduktionsprozess.

Der innovative Ansatz dabei: „Wir betrachten den Produktionsprozess als Netzwerk interagierender Teilprozesse, samt Rückkopplungen und Ab- hängigkeiten“, so Affenzeller.

Ziel ist es, bestehende Prozesse nicht nur zu erforschen, sondern Ereig- nisse vorauszusagen. Das fällt unter „Predictive Analytics“. Mit Hilfe von Optimierungstechniken geht man noch einen Schritt weiter, indem man sich nicht auf Beschreibung, Diagnose und Vorhersage beschränkt, son- dern darauf aufbauend Handlungsempfehlungen abgibt. Damit beschäf- tigt sich das Feld der „Prescriptive Analytics“, ein Schwerpunkt im Soft- warepark Hagenberg, dessen wissenschaftliche Leitung Affenzeller im Juli übernahm.

„Verschiedene universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen forschen hier zum Thema, auch in dazu beitragenden Teilbereichen wie künstliche Intelligenz. Durch Zusammenarbeit können wichtige Fortschritte für In- dustrie und Wirtschaft erzielt werden“, sagt Affenzeller. Auf Basis von Data Mining, maschinellem Lernen, heuristischer und exakter Optimie- rung sowie anderen statistischen Methoden werden Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen getroffen und Szenarien optimiert.

Den Beitrag von HEAL dazu beschreibt Affenzeller so: „Wir können Er- kenntnisse aus maschinellem Lernen und Optimierung derart verquicken, dass Handlungsempfehlungen für die reale Welt ableitbar sind. Simulati- onskompetenz wiederum wird etwa von Risc Software eingebracht und gemeinsam daraus ein simulationsbasierter Optimierungsansatz entwickelt.“

Vize-Dekan für Forschung FH-Prof. Dr. Michael Affenzeller Foto: FH OÖ