Kleidung, die mitdenkt

Warum smarte Textilien das nächste nützliche Trend-Accessoire

nach Smartwatch und Datenbrille sind.

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„Wearable Computing“ boomt. Schon seit dem Walkman gehö- ren am Körper tragbare Computersysteme im Miniformat für viele zum Alltag. Dann kamen Fitness-Tracker, schlaue Uhren, Virtual-Reality- oder Augmented-Reality-Brillen. Und: What’s next? Smarte Kleidung und Textilien, sind sich Hagenbergs For- scherInnen einig.

An der FH OÖ laufen nicht nur in der Forschungsgruppe Embed- ded Systems Lab, die Dr. Josef Langer und Dr. Florian Eiben- steiner vom Department Embedded Systems Engineering leiten, verschiedene Projekte in diesem Bereich. Zum Beispiel EmSen- se, kurz für „Embedded Sensor Platform for Automated Detec- tion of Human Motion“.

Projektleiter Florian Eibensteiner (Foto) erklärt, worum es dabei geht: „Wir haben ein Sensor-Shirt zur Bewegungserkennung entwickelt, das ältere Personen bei der Sturzvermeidung unter- stützt und MotorradfahrerInnen ihr Fahrverhalten optimieren lässt.“

Wie das geht? „Wir haben Sensoren im T-Shirt integriert, die durch leitfähige Garne verbunden sind. Bereits der Hauptsen- sorknoten im Shirt kann falsche Bewegungen erkennen, aber er schickt die erhaltenen Daten zur Feinauswertung auch noch an die zugehörige App“, so Eibensteiner. Die App bereitet die Daten auf, visualisiert sie und teilt der Person mit, wie sie bei falscher Bewegung oder Sturzgefahr ihr Verhalten ändern soll. Gegebe- nenfalls alarmiert sie auch das Pflegepersonal.

Um das T-Shirt für den Einsatz in der Rehabilitation bzw. Sturz- prävention und für das Training von intelligentem Fahrverhalten tauglich zu machen, arbeiten die SpezialistInnen für Sensorik und Datenauswertung mit Hagenbergs ExpertInnen im Bereich der Datenanalyse und -auswertung, der Forschungsgruppe HEAL (mehr unter Vorsprung durch Vorausschauen), und den MedizintechnikerInnen am FH OÖ Campus Linz sowie den Au- tomatisierungstechnikerInnen am FH OÖ Campus Wels zusammen.

Auch Studierende der Fakultät forschen fleißig im Embedded Systems Lab mit, unter anderem in den Bereichen Firmware und Elektronik-Entwicklung. Phillip Petz, Masterstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter, hat sogar Dissertationspläne zum Thema. Er will Alterungseffekte von smarten Textilien ana- lysieren und erforschen, wie diese kompensiert werden können. Denn auch elektrische Eigenschaften von Textilien verändern sich durch das Tragen und Waschen.

Für die Forschungsgruppe steht nach der Perfektionierung des Sensor-Shirts der Sensor-Anzug auf dem Programm. „Ein sol- cher ermöglicht enorme Fortschritte in der Rehabilitation, Ergo- nomie und Ganzkörperbewegungsanalyse“, ist sich Eibenstei- ner sicher.

Für ihn ist klar: „Die Menschen wollen heute mehr über ihren Gesundheitszustand wissen, sich sportlich verbessern, sich ge- sünder in der Arbeit und Freizeit verhalten – und dank der Mi- niaturisierung der Elektronik ist das alles möglich.“ Man darf also auf weitere Entwicklungen gespannt sein!

Mehr Infos:

www.embedded-lab.at

DI (FH) Dr. Florian Eibensteiner, Forscher am Embed- ded Systems Lab

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