Das Organisations-Team der Boatmania 2019.

Foto: Isabella Walter

„Eine starke Gemeinschaft“

Am Campus der FH OÖ in Steyr herrscht ein besonders fa- miliäres Klima. Absolvent Georg Feichtinger erzählt im In- terview, wie diese Verbundenheit entsteht, was sie ihm be- deutet und warum Studieren in Steyr etwas Besonderes ist.

Wie ist das Gefühl, hier zu studieren? Der Campus in Steyr ist ja eher klein und familiär?

Richtig gut! Die Größe des Campus hat viele Vorteile, ebenso wie die Grö- ße von Steyr selbst mit rund 40.000 EinwohnerInnen. So lernt man schnell alle kennen – egal ob Mitstudierende, StudentInnen von anderen Studienrichtungen oder ProfessorInnen, weil man sich immer wieder über den Weg läuft, ob auf dem Campus oder beim Ausgehen. Man ist hier weniger eine Nummer als an einem großen Campus und es entwi- ckelt sich schnell eine tolle Gemeinschaft.

Also baut man auch zu den Vortragenden schnell Kontakt auf?

Es gibt hier eine interessante Mischung von externen LektorInnen und FH-ProfessorInnen. Mit letzteren ist es natürlich leichter, eine Beziehung aufzubauen, dazu zählt auch, dass wir Studierende namentlich bekannt sind und keine Nummer. Es ist einfach ein echt familiäres Umfeld hier.

Sie haben in Steyr ein Masterstudium absolviert, den Bachelor davor aber in Wien an der Boku. Warum haben Sie nach Steyr auf einen kleineren Campus gewechselt?

Ich bin ja ursprünglich aus Oberösterreich und nach fünf Jahren in der Großstadt hat es mich wieder Richtung Heimat gezogen. Ausschlagge- bend war auf jeden Fall das Studium, das hier angeboten wurde. Ich woll- te auf Englisch studieren und die Möglichkeit haben, ins Ausland zu ge- hen.

Und war die Entscheidung richtig?

Ich habe Steyr ja vorher gar nicht gekannt, als ich dann zum Aufnahme- gespräch hier war, war gerade Frühling, alles hat geblüht und die Lage an den beiden Flüssen Enns und Steyr war beeindruckend. Insgesamt hat es sehr einladend gewirkt und ich habe gleich gemerkt, dass ich mich hier wohlfühlen werde. Und wirklich, ich habe es nie bereut, dass ich Wien verlassen habe – ich entschied mich nach dem Studienabschluss sogar für eine berufliche Tätigkeit in Steyr.

Ist auch die Betreuung durch die ProfessorenInnen persönlicher im Ver- gleich? Beziehungsweise hat man schnell „Zugriff“ auf die Vortragenden?

Auf jeden Fall! Es herrscht hier eine Open Door Policy, das heißt die Büros sind offen, und man kann auch abseits der Sprechstunde immer anklop- fen.

Studieren heißt ja nicht nur Lernen, sondern auch Spaßhaben. Wie ist das Freizeitangebot am Campus?

Das ist wirklich vielfältig, man hat viele Möglichkeiten für Sport, es gibt aber auch viele Veranstaltungen, wie etwa die Boatmania. Diese habe ich heuer sogar noch als Absolvent organisiert. Es macht Spaß, auch abseits der Arbeit noch eine Aufgabe zu haben, und man lernt, wie man ein gro- ßes Event organisiert. Wir sind ein tolles Team und sehr motiviert.

Sie sprechen von einer tollen Gemeinschaft der Studierenden, wie eng ist Ihr Kontakt gewesen und halten Sie diesen auch nach Abschluss noch aufrecht?

Ich habe berufsbegleitend studiert und ich glaube, dass in diesen Zwei- gen die Verbundenheit und das Gemeinschaftsgefühl besonders intensiv ist. Unsere Zeit auf der FH war eine Art Ausbruch aus dem Arbeitsalltag und wir haben die Freitage und Samstage immer gemeinsam verbracht. Wir fühlen uns auch jetzt noch nach unserem Abschluss 2018 sehr ver- bunden, treffen uns nach wie vor und versuchen das auch aufrecht zu er- halten.

Der FH OÖ Campus Steyr ist auch bekannt für seine Community und sein Netzwerk. Wie sehr kann man als Studierender davon profitieren?

Das kann schon sehr hilfreich sein. Viele Lehrveranstaltungen werden von Firmen begleitet, da kann man Kontakte aufbauen. Die besten Stu- dierenden werden dann von den Firmen herausgesucht und bekommen zum Beispiel eine Wildcard für eine Vorstellungsrunde. Für Absolventen- Innen gibt es dann auch das Alumni-Netzwerk, das unterschiedliche Ver- anstaltungen und Workshops anbietet.

Besondere Leistungen werden vom FH OÖ Campus Steyr auch aner- kannt – so werden jährlich die Chimney Awards, also Best -Student Awards verliehen. Und Sie waren heuer Preisträger …

Stimmt, damit werden jedes Jahr ganz besondere Leistungen ausge- zeichnet. Es freut mich sehr, dass ich so einen Award bekommen habe, weil damit sowohl das studentische Engagement als auch die Qualität der Abschlussarbeit bewertet werden.

Zur Person:

Georg Feichtinger, 27, absolvierte sein Ba- chelorstudium an der Boku in Wien. Da- nach entschied er sich für das Masterstu- dium Global Sales and Marketing (GSM) am Campus Steyr. Seit seinem Abschluss letztes Jahr arbeitet er als Sales Manager bei ESS Engineering Software Steyr. Auch wurde er mit dem Chimney Award für sei- ne hervorragende Leistung im Studium ausge-zeichnet.

Foto: privat

Chimney Award

Die FH OÖ Fakultät für Wirtschaft und Management verleiht jährlich einen Award für die besten AbsolventInnen – das sind die PreisträgerInnen 2019:

Für seinen hervorragenden Studienerfolg und seine innovative Abschlussarbeit wur- de der 26-jährige Klemens Barth aus Eidenberg bei Linz im Studiengang Produktion und Management ausgezeichnet. Barth prüfte in seiner Abschlussarbeit, welche Steuerungsverfahren für welchen Typ von Fertigungssystemen am besten geeignet sind.

Claudia Brandl, 30, aus Wieselburg ist Absolventin des Master-studiengangs Digital Business Management. In ihrer ausgezeichneten Abschlussarbeit geht es darum, wie sich LinkedIn-Profile auf beruflichen Erfolg auswirken.

Der 29-jährige Markus Duschl aus St. Valentin studierte Prozess-management und prüfte in seiner Arbeit den Mehrwert eines Qualitätsmanagementsystems nach der Norm ISO 9001 anhand österreichischer Unternehmen.

Der 28-jährige Student aus Rosenau Markus Eßletzbichler, Absolvent Supply Chain Management, prüfte in seiner Master-arbeit, ob das Geschäftsprozessmanagement in Unternehmen für die digitale Transformation gewappnet ist.

Der 27-jährige Georg Feichtinger aus Aspach erforschte in seiner Masterabschluss- arbeit des Studiengangs Global Sales and Marketing die Frage, wie Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau ihre Kunden bei der Entwicklung neuer industrieller Services miteinbeziehen können.

Cathrin Schöllhammer, 23, aus Traun machte ihren Bachelor in Controlling, Rech- nungswesen und Finanzmanagement. Thema ihrer ausgezeichneten Arbeit: Auswir- kungen des neuen ECL-Modells auf Wertminderungen von finanziellen Vermögensgegenständen.