Studieren mit Gehalt

Mit dem neuen dualen Studiengang „Intelligente Produkti- onstechnik“ stehen Studierende automatisch schon mit ei- nem Bein im Job.

Der neue Studienzweig wurde durch die Initiative oberösterreichischer Unternehmen angestoßen: Diese wandten sich an die Wirtschaftskam- mer und sprachen sich für ein Studium aus, das sich mit allen Aspekten moderner Produktion befasst und schon früh mit dem Beruflichen ver- zahnt ist. Es folgte eine gemeinsame Entwicklungsphase, bei der die FH OÖ und insgesamt 17 Partnerunternehmen beteiligt waren. Das Ergebnis ist ein innovatives Studium, das den Studierenden schon ab dem dritten Semester den Einstieg in den Beruf ermöglicht – eine Win-win-Situation auch für die nach Fachkräften suchende Industrie.

Start mit 20 Studienplätzen

Die ersten beiden Semester sind inhaltlich mit dem Studiengang Auto- matisierungstechnik ident, neuartig wird es mit dem dritten Semester: Dann kommt ein vom Studiengangs-Entwicklerteam zusammengestell- tes Curriculum zum Einsatz, das Lehrinhalte von Maschinenbau, Elektro- technik und IT bis hin zu Fabriksplanung und -optimierung beinhaltet. Damit sollen die Studierenden auf die Produktionsprozesse der Zukunft vorbereitet werden. Die neuen Erkenntnisse können dann in einem der Partnerunternehmen in realer Umgebung überprüft und angewandt wer- den. Dr. David Kronawettleitner MSc, Studiengangskoordinator und Mit- entwickler des neuen Studiengangs, erklärt: „Die Studierenden erhalten einen Ausbildungsvertrag mit der FH und einen vom Unternehmen. In den Phasen im Betrieb werden sie dezidiert Themen aus dem Studium umsetzen, in verschiedenen Abteilungen!“

Anreiz Jobpraxis

InteressentInnen werden über die FH kommen, es werden aber auch Mit- arbeiterInnen der Partnerunternehmen erwartet, die sich höher qualifizie- ren wollen. Auch AHS-AbsolventInnen möchte man für das duale Studi- um begeistern. Kronawettleitner erläutert den Anreiz: „Der Mehrwert ist natürlich die Betriebspraxis während des Studiums und die Aussicht, an- schließend gleich übernommen zu werden!“ Schon während der Ausbil- dung erhalten die Studierenden jedenfalls einen Arbeitsvertrag und ein Gehalt. Eines muss den InteressentInnen allerdings klar sein, sagt Krona- wettleitner: „Ein leichtes Studium ist das sicher nicht!“

Duale Studien als Antwort auf Fachkräftebedarf?

Rund 1.000 FH-AbsolventInnen braucht Oberösterreich zusätzlich in den nächsten drei bis fünf Jahren, lt. WKOÖ. Es müssen daher unbedingt neue Studienangebote der FH entwickelt werden, vor allem duale Studi- engänge. Vorteile, die die oberösterreichischen Industriebetriebe dabei sehen: Employer Branding mit einer hohen Attraktivität bei MaturantInnen und Studierenden, Möglichkeit zur Personalentwicklung, Reduzierung der Recruiting-Kosten, ... DI Günter Rübig, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, führt aus: „Wir gehen davon aus, dass dieser duale Studiengang ein Erfolg wird und weitere Schritte zum Aufbau eines dualen Studienan- gebotes an der FH OÖ folgen werden.“