Die 200.000-

Euro-Frage

Angenommen, Sie hätten vor rund 15 Jahren 200.000 Euro investiert – was würden Sie mit den einzelnen Anlagevehikeln herausbekommen?

Aktie


Hat man zum 30. Juni 2006 für 200.000 Euro Aktien der S IMMO ge- kauft, so ist dieses Paket jetzt 469.711 Euro wert. Zusätzlich hat man im Veranlagungszeitraum Dividenden in Summe von insgesamt 4.186 Euro bekommen. Somit bleibt – vor allen Steuern, Gebühren etc. – ein Gewinn von 343.957 Euro. Der CEO der S IMMO AG, Bruno Ettenauer, macht per Mail aber auf eine sinnvolle Diversifizierung aufmerksam: „Ich denke, wir sind uns einig, dass oben durchgeführte Rechnung durchaus beeindruckend ist. Dennoch würde ich immer davon abra- ten, alles auf eine Karte zu setzen – selbst wenn diese Karte S IMMO heißt.“


Offener Fonds


Der Erste Immobilienfonds wurde im Jahr 2008 aufgelegt und hat ein Fondsvolumen von rund 2,4 Milliarden Euro. Die Performance des Fonds liegt seit Fondsbeginn bei rund 41,10 Prozent (also rd. 2,64 Pro- zent p. a.)


Der Erste Responsible Immobilienfonds wurde erst im Jahr 2016 auf- gelegt und konzentriert sich auf das Thema Nachhaltigkeit. Seine Performance kumuliert bei rd. 8,34 Prozent, das entspricht rd. 1,7 Prozent p. a.

Crowdinvestment


dagobertinvest hat Anfang Juni eine Leistungsbilanz veröffentlicht, die die Performance eines Investierenden zeigt, wenn er in jedes der bisher gelaunchten Projekte 1.000 Euro investiert hätte. 189 Projekte gab es bislang, macht also fast 200.000 Euro aus. Der Investierende würde auf eine Rendite von 6,32 Prozent p. a. kommen, heißt es sei- tens dagobertinvest, für die noch aktiven Projekte sei aktuell eine Rendite von 7,36 Prozent p. a. prognostiziert.

Die Berechnungen für Vorsorgewohnungen und Bauherrenmodelle sind etwas komplizierter, weil es mehrere Parameter zu berücksichtigen gibt. Um die bei- den Modelle zu vergleichen, haben wir auf Basis zweier tatsächlicher Angebote (eine Vorsorgewohnung am Wiener Genochplatz und eine Beteiligung am Grazer Projekt Wohnen im Park) folgende Zahlen errechnet. Die Annahmen dabei: Es werden – wie bei den anderen Veranlagungen auch – 200.000 Euro cash inves- tiert. Natürlich könnte man leicht mit einer Fremdfinanzierung einen weiteren attraktiven Hebel erzielen und die Investitionen auch auf eine größere Einmal- zahlung und dann eine monatliche/jährliche Zuzahlung aufteilen. Weitere An- nahme: Die unten stehende Bewertung erfolgt nach 20 Veranlagungsjahren, die Vermietungsjahren entsprechen, um durch sehr unterschiedliche Bau- und De- velopment-Zeiten das Ergebnis nicht zu verwässern.

Bauherrenmodell


-Gesamtinvestitionskosten: 200.527 Euro

-Laufzeit Finanzierung: keine

-Nettokapitaleinsatz nach 20 Jahren: 67.846 Euro

-Eigenkapitalrendite der Immobilie vor ImmoESt nach 20 Jahren bei 1,75 Prozent p. a. Wertsteigerung: 4,34 Prozent p. a. IRR

(interner Zinssatz)

-Mieterlöse bereinigt nach 20 Jahren: 5.990 Euro

-Miete laut Plan ab Vermietung netto: 9,30 Euro

-Erlöse p. a. netto nach Steuer durchschnittlich in den ersten

20 Vermietungsjahren: 5.854 Euro

-Mietrendite netto nach Steuer durchschnittlich in den ersten

20 Vermietungsjahren:

Vorsorgewohnung


-Gesamtinvestitionskosten: 201.734 Euro

-Laufzeit Finanzierung: keine

-Nettokapitaleinsatz nach 20 Jahren: 118.185 Euro

-Eigenkapitalrendite der Immobilie vor ImmoESt nach 20 Jahren bei 1,75 Prozent p. a. Wertsteigerung: 3,55 Prozent p. a. IRR

(interner Zinssatz)

-Mieterlöse bereinigt nach 20 Jahren: 6.536 Euro

-Miete laut Plan ab Vermietung netto: 12,55 Euro

-Erlöse p. a. netto nach Steuer durchschnittlich in den ersten

20 Vermietungsjahren: 4.100 Euro

-Mietrendite netto nach Steuer durchschnittlich in den ersten

20 Vermietungsjahren: 2,05 Prozent p. a.