„Engagement ist wichtig“

Dr. Stephan Karl Angerer, 31, arbeitet als Turnusarzt im LKH Feldkirch – einem der fünf Landeskrankenhäuser der Vorarlberger Krankenhaus- Betriebsges.m.b.H.

Foto: Vlbg. Krankenhausbetriebsgesellschaft

Sie sind seit 2016 im LKH Feldkirch und damit fast am Ende Ihrer dreijährigen Ausbildung. Was schätzen Sie besonders an Ihrem Aus- bildungsplatz?

Angerer: Ich genieße das Arbeitsklima sehr und den Umgang mit den Kollegen. Ich habe sehr viel lernen dürfen und gehe hier ger- ne arbeiten.

Sie haben in Wien Medizin studiert, sind für den Turnus dann aber nach Vorarlberg gegangen – was war der Grund dafür?

Als ich studiert habe, gab es immer wieder Unmut von Turnusärz- ten, dass sie nicht genug gelehrt bekommen oder fachlich nicht viel zu tun haben. Ich bin durch eine Werbekampagne auf Vorarl- berg aufmerksam geworden. Damals wurde offensiv um Turnus- ärzte geworben. Ich habe eine Famulatur dort gemacht, war sofort vom Arbeitsklima, dem Land und den Leuten überzeugt und habe dann die Personalabteilung in Feldkirch angeschrieben.

Sie haben ja fast alle Abteilungen schon durchgemacht – können Sie den Arbeitsalltag beschreiben?

Der ist tatsächlich von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich. Na- türlich hat man in der Notfallambulanz einen ganz anderen Alltag als ein Stationsarzt auf der Internen.

Aktuell bin ich auf der HNO, hier gibt es Morgenbesprechung, Visi- te und das Ausarbeiten der Visitenthemen, wie etwa Röntgen ver- anlassen. Dann bin ich in der Ambulanz oder im OP, zwischen- durch auch auf der Station. Und natürlich ist die Bürokratie we- sentliches Thema wie etwa Patienten-Aufklärungsgespräche vor einem Eingriff.

Wer betreut Sie? Wer bildet Sie aus?

Prinzipiell gibt es auf jeder Abteilung einen Ausbildungsverant- wortlichen; praktisch gehe ich immer zu denen, die gerade da sind und bei denen man gute Antworten bekommt. Wenn man Interes- se zeigt, dann bekommt man Informationen. Engagement ist wich- tig, es wird einem nichts hinterhergetragen.

Wovon haben Sie bis jetzt am meisten profitiert?

Von sämtlichen Ambulanztätigkeiten. Hier kommt ein Patient mit einem Beschwerdebild hin und es gilt herauszufinden was los ist. Auf der Station hat der Patient schon eine Diagnose und eine ver- ordnete Therapie.

Was würden Sie einem Medizinstudierenden empfehlen?

Wer sich überlegt ein Spezialfach zu machen, dem würde ich doch die Ausbildung für Allgemeinmedizin empfehlen, diese erlaubt über den Tellerrand hinauszuschauen. Und mein zweiter Tipp: Vollgas geben, alles aus der Ausbildung herausholen, was möglich ist.

FACTBOX

Die Vorarlberger Krankenhaus‑Betriebs- ges.m.b.H. betreibt die fünf Landeskrankenhäuser Feldkirch, Rankweil, Bregenz, Hohenems und Bludenz.

Infos zur Ärzteausbildung: www.arbeiten-in-vorarlberg.at

Kontakt: manuela.ender@khbg.at