„Neues Mentoring-System“

Dr. Florian Hosiner, 37, arbeitet als Assistenzarzt für Orthopädie und Traumatologie im LKH Schärding, das zur Oberösterreichischen Gesundheits- und Spitals-AG (gespag) gehört.

Foto: gespag

Ihren Turnus für Allgemeinmedizin haben Sie in Niederösterreich absolviert, jetzt machen Sie Ihren Facharztturnus in Schärding. Warum ist Ihre Wahl auf dieses Krankenhaus gefallen?

Hosiner: Ich wollte meine Ausbildung unbedingt in der Peripherie machen, weil man in einem kleineren Krankenhaus mehr Verant- wortung übertragen bekommt und mehr machen darf. Bei einer Initiativbewerbung hat mir das LKH Schärding dann einen Platz geboten.

Sie lernen Orthopädie und Traumatologie – für welche Aufgaben werden Sie eingesetzt?

Das ist ganz unterschiedlich. In der Ambulanz etwa lernt man die Erstversorgung nach Unfällen, stellt eine Diagnose und schreibt eine Therapie vor. Natürlich wird man am Anfang angeleitet und auch später hat man immer jemanden, bei dem man nachfragen kann. Ist man in seiner Ausbildung schon fortgeschrittener, kom- men auch operative Aufgaben dazu – quasi die handwerklichen Fähigkeiten.

Wer betreut Sie? Wer bildet Sie aus?

Im LKH Schärding haben wir ein neues Mentoring-System: In je- dem Fach gibt es einen Facharzt, der eine intensive Betreuung übernimmt. Immer wieder hört man ja von Auszubildenden, dass sie – zum Beispiel bei Famulaturen – zu wenig gelernt haben.

Durch dieses System wollen wir sicherstellen, dass jeder wirklich alles gelernt hat. Bei uns wird den Auszubildenden vorbildlich viel erklärt – zum Beispiel die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

Was schätzen Sie besonders an Ihrem Ausbildungsplatz?

Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass ich die beste Entschei- dung meines Lebens getroffen habe. Es ist ein kleines Haus mit ei- nem sehr familiären Team und gutem Arbeitsklima. Ich profitiere vom großen Verantwortungsbereich, der mir hier gegeben wird. Das ist ideal, um das selbstständige Arbeiten zu lernen.

Bestätigt Sie der Turnus in Ihrer Berufswahl?

Definitiv. Wenn man im richtigen Haus ist, am richtigen Arbeits- platz, geht der Turnus sehr schnell vorbei. Aber Arzt muss eine Be- rufung sein und nicht nur ein Beruf. Und man merkt eh schon früh, ob es der richtige ist.

Was würden Sie einem Medizinstudierenden empfehlen?

Nicht unbedingt in große Ballungszentren zu wollen. Mein Credo, mit dem ich gut gefahren bin: je kleiner das Haus, desto besser die Ausbildungsqualität.

FACTBOX

Die Oö. Gesundheits- und Spitals-AG (gespag) betreibt die Krankenhäuser Kirchdorf, Freistadt, Rohrbach, Schärding sowie das LKH Steyr und das Salzkammergut-Klinikum.

Infos zur Ärzteausbildung in der gespag: www.gespag.at

E-Mail: bewerbung.ag@gespag.at