Medizin: ja.

Arztberuf: nein!


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Nicht immer mündet das Medizinstudium in einer Tätigkeit als Ärztin oder Arzt. Stattdessen erweisen sich attraktive Karriereperspektiven abseits der Klinik als äußerst verlockend. Ein Überblick.

Unbezahlte Bereitschaftsdienste, ein verhältnismäßig geringes Einstiegsgehalt und eine immense Verantwortung, die Ärztinnen und Ärzte für das Wohl ihrer Patientin- nen und Patienten tragen – nicht für alle Studienabsolventinnen und -absolventen der Medizin ist die Arbeit in einer Klinik das Ziel. Und auch als niedergelassene Ärz- tin oder niedergelassener Arzt zeigt sich häufig: Eine eigene Praxis erweist sich meist nur in der Stadt als wirtschaftlich attraktiv. Dort jedoch ist die Konkurrenz wiederum groß und eine berufliche Weiterentwicklung oft nur schwer möglich. Doch das Medizinstudium ist keine Einbahnstraße. Jungmedizinerinnen und Jungmedizi- nern stehen zahlreiche Karrieremöglichkeiten abseits von Klinik und Praxis offen, etwa in der Pharmabranche, Medizintechnik, Medizininformatik oder auch im Klinik- Management.


Pharmaunternehmen

Die Pharmabranche punktet mit vielfältigen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkei- ten, attraktiven Vergütungspaketen und flexiblen Arbeitszeiten. Die Aufgabenberei- che sind breit gefächert, die Möglichkeiten, Know-how sowie persönliche Stärken in interdisziplinären Teams optimal einbringen zu können, sind zahlreich: Die medizini- schen Abteilungen beschäftigen sich etwa mit der Planung, Koordination und Durch- führung klinischer Studien, das Produktmanagement wiederum ist für Marketing- und Betriebswirtschaft-Interessierte ein optimales Einsatzfeld. Daneben beraten Medizinerinnen und Mediziner im Sales-Bereich zu den Produkten.


Medizintechnik

Als mindestens ebenso attraktiv und lukrativ wie die Pharmabranche erweist sich der permanent wachsende Markt der Medizintechnik. Weil die Produkte nämlich am Menschen verwendet werden, ist neben ingenieurwissenschaftlichem Know-how und betriebswirtschaftlicher Erfahrung auch ein fundiertes medizinisches Wissen notwendig. Zu den Hauptaufgaben der Medizintechnikerin beziehungsweise des Me- dizintechnikers zählen die Entwicklung und die Wartung von Krankenhaustechnik, medizinischen Geräten und bildgebenden Verfahren.


Medizininformatik

Computer und IT-basierte Datenverarbeitungs- und Informationssysteme sind heut- zutage nirgendwo mehr wegzudenken. In der Medizin-informatik finden Medizinerin- nen und Mediziner mit IT-Kenntnissen ein spannendes Berufsfeld. Ihr Einsatzgebiet reicht von der Klinikverwaltung über die Abrechnung mit den Krankenkassen und dem Aufbau von Datenbanken zu Substanzen und deren (Neben-)Wirkungen bis hin zum Modellieren von Abläufen im menschlichen Körper.


Klinik-Management

Das Gesundheitswesen wird zunehmend ökonomisiert – und das nimmt direkten Einfluss auf Kliniken und Betreiberkonzerne: Der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit medizinischem Sachverstand in den Führungsebenen wächst. Spe- zielle MBA-Programme privater und öffentlicher Hochschulen bereiten auf eine zu- künftige Tätigkeit im Healtcare-Sektor vor, etwa die Studiengänge der University of Salzburg Business School. Mehr Informationen unter: www. smbs.at