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Die Jobs der Zukunft

Die zunehmende Digitalisierung lässt nicht nur die Datenmengen mit enormer Geschwindigkeit ansteigen, sie revolutioniert auch den Automobilsektor. So entstehen neue, zukunftsträchtige Berufsfelder, für die Hagenberg ausbildet.

Automotive Computing

Gerald Ostermayer weiß, wovon er spricht, wenn er die revolutionäre Entwicklung im Auto- mobilsektor beschreibt. „Im Straßenverkehr ändert sich gerade extrem viel. Das betrifft die Fahrzeuge selbst und deren Antrieb, aber vor allem die Digitalisierung, die im Fahrzeug und in der umgebenden Straßeninfrastruktur von immer zentralerer Bedeutung wird“, sagt der Leiter der Forschungsgruppe „Networks & Mobility“ am Campus Hagenberg.

Moderne Assistenzsysteme bieten zusammen mit kommunizierenden Fahrzeugen völlig neue Möglichkeiten, den Straßen-verkehr sicherer, effizienter und umweltschonender zu gestalten. In einigen Bereichen haben sie schon Einzug gehalten, etwa Navigationsgeräten oder Parkassistenten, das ist aber nur der Anfang: „Zunehmend werden Aufgaben der Fahrer und Fahrerinnen von solchen Systemen entweder komplett übernommen oder zumindest unterstützt“, so Ostermayer.

Vernetztes Fahren spielt dabei eine wichtige Rolle. „Also wenn Fahrzeuge miteinander re- den und mit der Umwelt verbunden sind. So können Infos ins Fahrzeug gebracht werden, die dessen Horizont erweitern“, sagt Ostermayer. Zum Beispiel über Fahrbahnzustände bei Schnee, gesperrte Tunnel, Staus oder Unfälle. Aber damit nicht genug der Services!

Neben Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die eine Optimierung des Gesamtverkehrs zum Ziel haben, und sicherheitsrelevanten Services sind künftig im Auto auch Infotainment-Ser- vices gefragt. „Wenn man im Fahrzeug nichts mehr tun muss, ist einem schnell langweilig. Also ist es sicherlich interessant, wenn man z. B. an einer Burg vorbeifährt und Infos über diese sowie Nächtigungsmöglichkeiten bekommt.“ Was diese zukunftsträchtigen Entwicklun- gen gemein haben: Sie sind alle IT-gestützt. Ein im Herbst 2018 neu in Hagenberg startender Bachelorstudiengang namens „Automotive Computing“, den Ostermayer maßgeblich miten- twickelt hat, wird sich somit den Bereichen IT im Auto und Vernetzung im Straßenverkehr widmen. Dieser vermittelt Know-how in Softwaretechnik und Automotive Engineering – das umfasst Bereiche wie funktionale Sicherheit, fahrzeugspezifische IT-Systeme und das Ökosys- tem Verkehr. Dazu kommen auch rechtliche Rahmenbedingungen und Standards sowie Ethik.


Mehr Infos: www.fh-ooe.at/ac


Data Science

Aktuelle Entwicklungen berücksichtigt auch der neu im Herbst 2017 startende Studiengang „Data Science & Engineering“. „Weltweit werden Unmengen an Daten generiert – im Jahr 2016 waren es etwa neun Billionen Gigabyte. Und die Wachstumskurve verläuft exponen- tiell“, weiß Karin Pröll, Leiterin des neuen Masterstudiums.

Wer z. B. eine Kreditkarte, ein Smartphone oder im Auto ein Navi nutzt, erzeugt täglich Datenströme, dazu kommen Infos aus den sozialen Netzwerken. „Diese Datenflut birgt ein enormes Informationspotenzial, ist sie doch Ausdruck unseres Verhaltens und unserer Vor- lieben“, so Pröll. Doch man muss diese Daten auch verarbeiten, um sie in ein Analysever- fahren einbinden und daraus Erkenntnisse ableiten zu können. Genau hier setzt das neue Studium an.

Die Einsatzbereiche von „Data Scientists“ sind vielfältig. Denn laut der Studiengangsleiterin „gibt es kaum einen Geschäftszweig, der von Datenmanagement und -auswertung nicht be- troffen wäre“. Die industrielle Produktion, Finanzwelt und Forschung sind nur einige Bere- iche.

Im Studium werden Kenntnisse in den Bereichen Analyse, Big Data, High-Performance- Computing, mathematische und statistische Methoden zur Datenauswertung sowie Daten- schutz und -sicherheit erweitert. Ab dem zweiten Semester werden diese, je nach gewählter Vertiefung, durch Domänenwissen aus biomedizinischer Datenanalyse oder Datenanalyse in Marketing und Produktion ergänzt.


Mehr Infos: www.fh-ooe.at/dse