Tom vor seiner Forschungsstätte im Stata Center des MIT.

Forschungsluft und USA-Flair

Auslandserfahrung sammeln und dabei mit ForscherInnen führender Hochschulen zusammenarbeiten – davon träumen wohl viele Studierende in Hagenberg. Für Tom Schmiedlechner wurde es Wirklichkeit.

Wo ForscherInnen das nächste Mars-Mobil für die Weltraumbehörde Nasa programmieren, aufblasbares 3D-Druckmaterial entwickeln und psychopathi- sche künstliche Intelligenz erschaffen, lebte Schmiedlechner seinen Traum vom Forschungssemester im Ausland.

Der Student im berufsbegleitenden Master Infor-mation Engineering und -Ma- nagement forschte einige Monate lang am Massachusetts Institute of Techno- logy (MIT) in Boston, der besten technischen Hochschule der USA. Am Com- puter Science & Artificial Intelligence Lab (CSAIL) arbeitete er an neuen Metho- den, um die Stabilität generativer neuronaler Netze zu verbessern.

Neuronale Netze sind die aktuell am weitesten verbereitete Methode im Be- reich des maschinellen Lernens und werden vor allem für Aufgaben verwendet, in denen Menschen sehr gut und Computer traditionell eher schlecht sind, z. B. für Bild- und Spracherkennung. Die von Schmiedlechner gewonnenen Erkennt- nisse werden für die Mal-ware-Erkennung im Cybersecurity-Bereich eingesetzt.

Das MIT gilt innerhalb und außerhalb Amerikas als Brutstätte für kreative Köp- fe und FirmengründerInnen. Umso dankbarer war der Student für diese Chan- ce: „Abgesehen davon, dass ich mit einem wirklich ausgezeichneten Team ein neues, spannendes Fachgebiet bearbeiten konnte, ist auch die Abwechslung zu meiner gewohnten Tätigkeit ein großer Pluspunkt. Ich konnte definitiv so- wohl fachlich als auch persönlich sehr viel mit nach Hause nehmen“.

Im Zuge seiner Forschungstätigkeit hatte er auch Gelegen-heit, die USA aus- giebig zu erkunden. Dies führte ihn unter anderem zur „Genetic Programming Theory & Practice“-Konferenz in Michigan und zum Sightseeing nach New York.

Für seinen Forschungsaufenthalt erhielt Schmiedlechner das begehrte Mar- shall-Stipendium. In seiner Heimat ist der Masterstudent neben dem Studium hauptberuflich als Softwareentwickler tätig. Er leitet ein kleines Team bei COPA-DATA, eine Firma für Automatisierungssoftware in Salzburg.

Das Stata Center des MIT in Boston

Fotos: privat

New York beeindruckte mit seiner Skyline.

Fotos: privat

In den USA haben die technischen Fortschritte ihren Ursprung, und ich möchte direkt an der Quelle mitarbeiten!