Datenkontrolle wirkt Wunder

Foto: Plasser & Theurer

Wenn Zeitreisen virtuelle Realität werden, Daten Maschinen auf Schiene bringen und Cybercrime bekämpft wird, ist Hagenberg nicht weit.

Unternehmen sehen sich mit steigenden, komplexer werdenden Angriffen auf die IT-Sicherheit konfrontiert. Eine rasche und richtige Reaktion auf entspre- chende Vorfälle – sogenanntes Incident-Response – hilft Schaden und daraus resultierende Kosten zu minimieren. Wesentlich dazu beitragen kann ein effizi- enter, standardisierter und teilautomatisierter Prozessablauf.

Diesem widmen sich vier Studenten aus dem Bachelor Sichere Informations- systeme im Rahmen eines Studienprojekts.Korbinian Dittrich, Philipp Strasser, Michael Bischof und Samuel Sutter arbeiteten an der Entwicklung einer zentra- len Plattform für die Abwicklung des Cyber-Security-Incident-Response-Pro- zesses. Diese soll MitarbeiterInnen des Security Operations Center, 1st und 2nd Level Support unterstützen und durch ihre Modularität auf die Organisati- on zugeschnitten werden können.

Um die Zeitdauer von der Kompromittierung über die Erkennung und Analyse bis zur Eindämmung und Beseitigung zu reduzieren, erarbeiteten die Studie- renden eine Lösung, bei der im Zuge der Abfrage solcher Events automatisiert Zusatzinfos zu den Indikatoren und dem Kontext der verdächtigen Aktivität er- mittelt und den MitarbeiterInnen zur Verfügung gestellt werden. Etwa eine Softwareversion mit bestimmten Schwachstellen des Clients oder die aus Vi- rendatenbanken stammende Bewertung einer ausgeführten Datei oder einer Domäne, zu der kommuniziert wurde. So verringert sich der Analyseaufwand und es können schneller treffsicherere Gegenmaßnahmen durchgeführt wer- den.

Der erste Prototyp von „Incident Aid“ wurde bereits erfolgreich präsentiert, auch vor Justin Herdtweck, IT Security Manager bei der Red Bull IT Services GmbH und Beobachter des Projekts.Dass in dieser Idee noch viel Potenzial steckt, darüber ist man sich einig. Entwicklungen wie weitere Systemanbin- dungen und die Bereitstellung externer Bedrohungsinformationen für präventi- ven Schutz sind bereits im Gange.

Alles perfekt auf Schiene für die schnelle und sichere Bahnreise

Wenn der Intercity-Zug sich unterspülten Gleisen nähert, hofft man als Reisen- der, dass an der Schadensbehebung arbeitende Maschinen nicht plötzlich den Geist aufgeben.

Ein Condition-Monitoring-System namens P&T Connected IoT, das in einem Studienprojekt des Masters Embedded Systems Design entstanden ist, schafft Abhilfe: Es liefert jede Stunde automatisch Zustandsdaten ans Office bzw. an die Cloud und stellt so eine flächendeckende Visualisierung der Ar- beitsmaschinen sicher. Entwickelt wurde es im Rahmen einer Kooperation mit dem Weltmarktführer für Gleisbaumaschinen, Plasser & Theurer, der 2017 die wie ein Start-up strukturierte Tochtergesellschaft P&T Connected im Software- park Hagenberg gegründet hat.

Das System macht sich Sensoren zu Nutze, die auf den Maschinen via Funk oder Kabel eingebunden werden und z. B. über Temperatur, Batteriespannung, GPS, Dieselfüllstand, Auslaufstoß Auskunft geben. Aus den übermittelten riesi- gen Datenmengen filtert es jene Infos heraus, die den Betrieb und die Instand- haltung effektiver und kostengünstiger machen.

Virtuell in die Römerzeit: eine Reise mit Indiana-Jones-Faktor

Die römischen Legionen marschieren noch immer in unserem Lande. Vor 2000 Jahren verteidigten sie nicht nur den Frieden südlich der Donau, sondern auch die Bürger Noricums und deren Villen.

Wie das „Haus der Medusa“, das 2000 zufällig beim Bau eines Parkplatzes in Enns entdeckt wurde und zu den bedeutendsten Funden römischer Wandma- lerei in Österreich zählt.

Dieses Haus und seine Wanddekorationen hat das Team der Hagenberger For- schungsgruppe Playful Interactive Environments digitalisiert, virtuell rekonstru- iert und für die Öffentlichkeit in einer speziell entwickelten, interaktiven 3D-Um- gebung spielerisch erlebbar gemacht.

Alles basierend auf den Daten der ArchäologInnen.

Römische Kultur pur also, wenn man mit 3D-Brille durch das Haus gehen und die Malereien erleben kann. Sechs Puzzles bieten zudem die Möglichkeit, wie echte ArchäologInnen die Wandmalereistücke allein oder gemeinsam mit an- deren zusammenzusetzen. Bereits bei der Langen Nacht der Forschung in Ha- genberg, der Stuttgarter GameZone und im Kunsthistorischen Museum Wien war das „Virtuelle Haus der Medusa“ ein Hit.

Aktuell ist es noch in der Oberröstereichischen Landesausstellung „Die Rück- kehr der Legionen“ und im Linzer Ars Electronica Center zu sehen.

Die Studierenden Korbinian Dittrich, Philipp Strasser, Michael Bischof und Manuel Sutter mit Justin Herdtweck (Mitte), IT Security Manager bei der Red Bull IT Services GmbH.

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