Durchstarten zum

Traumjob statt

bruchlanden

Karriereexpertinnen geben Einblick, worauf es wirklich ankommt, um schon beim Berufseinstieg einen Volltreffer zu landen.

Fotos: iStock

Der erste Job nach dem Studienabschluss ist gleich ein Reality-Check. Schnell ist zu erkennen, dass im großen Konzern andere Herausforderungen zu meis- tern sind als im Start-up und in der Werbeagentur ein anderer Wind weht als beim Softwaredienstleister. An welchen Faktoren aber lässt sich erkennen, ob die gewählte Arbeitsstelle wirklich die richtige ist?

„Gerade zu Beginn des Berufslebens wird häufig sehr viel Augenmerk auf den Job selbst gelegt, also auf die Anforderungen in der Stellenausschreibung“, sagt Mirella Cuchiero, Talent-Scout bei Karriere.at. Stimmen diese mit den per- sönlichen Fähigkeiten überein, scheint die Position zu passen. Dabei werde oft vergessen, dass man sich als Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin nicht nur in einer Aufgabe, sondern darüber hinaus im Unternehmen zurechtfinden und wohlfühlen sollte.

„Bereits als Bewerber bzw. Bewerberin ist es wichtig zu klären, ob man sich mit dem Unternehmen, dessen Werten und dem Geschäftsfeld identifizieren kann“, stimmt Margit Bencic, Leiterin Human Resources bei MIC Datenverar- beitung, zu. Umgekehrt suchen auch Unternehmen meist nach Menschen, die zu ihnen passen. Es gilt ein Gespür dafür zu entwickeln, ob der konkrete Arbeit- geber mit den eigenen Vorstellungen harmoniert.

Der beste Fit für beide Seiten

„Jobzufriedenheit ist kein unwesentlicher Faktor in Bezug auf die persönliche Gesundheit und Motivation“, merkt Birgit R. Kriegl, Koordinatorin des Career Centers am Campus Hagenberg der FH Oberösterreich, an. Deshalb lohnt es sich, Wünsche und Bedürfnisse genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie soll mein Berufsalltag aussehen? Möchte ich lieber abwechslungsreiche oder planbare Aufgaben? Bevorzuge ich flexible Arbeitszeiten mit Home-Office- Möglichkeiten oder fixe Zeiten an einem fixen Arbeitsplatz? Wie will ich mich fachlich weiterentwickeln – eher generalistisch oder spezialisiert? Wer sich mit den eigenen Bedürfnissen auseinandersetzt, kann das passende Berufsbild klarer umreißen. Dadurch wird es leichter, für sich infrage kommende Unter- nehmen zu identifizieren.

„Am Ende geht es um einen ‚Best Fit‘ für beide Seiten“, so Melike Jilka, HR Businesspartner bei Deloitte. Die individuelle Kombination aus Sympathie, per- sönlichen Eigenschaften und fachlichen Kenntnissen sei ausschlaggebend, ob Bewerber bzw. Bewerberin und Unternehmen zusammenpassen. Feedback aus dem Umfeld könne ebenfalls helfen, mehr Klarheit zu gewinnen. „Es zahlt sich auf jeden Fall aus, sich mit berufserfahrenen Personen zu unterhalten und Input einzuholen, zum Beispiel im Bekanntenkreis oder von Lehrenden“, fügt Melike Jilka hinzu.

Keine Scheu vor Fragen

Im Bewerbungsgespräch selbst sollten sowohl Unternehmen als auch Jobsu- chende mit offenen Karten spielen. Wer sich authentisch präsentiert, hat die besten Chancen auf erfüllte Erwartungen.

BewerberInnen sollten unbedingt viele Fragen stellen: Wie setzt sich mein Team zusammen? Wie schaut ein typischer Arbeitsalltag aus? Wie gestaltet sich mein Arbeitsplatz?

Im Normalfall nehmen sich Arbeitgeber ausreichend Zeit für das Kennenler- nen. Für das Gespräch empfiehlt Melike Jilka von Deloitte: „Keine Scheu vor Fragen!“ Es ist weder für die Unternehmen noch für die Jobsuchenden von Vorteil, wenn falsche Erwartungshaltungen zur Position existieren.

Was aber, wenn trotz sorgfältiger Überlegungen bei der Wahl des ersten Jobs ein Fehler passiert ist? Birgit R. Kriegl von der FH OÖ Campus Hagenberg sieht es nicht problematisch, wenn die erste Arbeitsstelle ein Fehlgriff war: „Man sollte auf keinen Fall Angst haben. Gerade bunte Lebensläufe sind oft die spannendsten. Wichtig ist immer, dass man Lücken im Lebenslauf gut argu- mentieren kann – Lücken sind okay, Lügen nicht.“

Kaum eine Karriere sei von Anfang an durchgeplant und dann exakt umge- setzt, kann auch Mirella Cuchiero von Karriere.at beruhigen. Woher sollen die AbsolventInnen schließlich schon nach Praktika und Sommerjobs ausreichend Erfahrung haben, um verschiedene Arbeitgeber professionell einzuschätzen?

Die persönlichen Ansprüche an einen Job bilden sich zum Großteil erst nach den ersten Arbeitsjahren heraus. „Ich bin überzeugt, dass man stark unter sei- nen Möglichkeiten bleibt, wenn man Neugierde und persönliche Wünsche hint- anstellt“, so Cuchiero.

Es ist wichtig, sich nicht nur in der Aufgabe, sondern auch im Unterneh- men wohlzufühlen.

Birgit R. Kriegl – FH OÖ

Foto: FH OÖ

Melike Jilka – Deloitte

Foto: Deloitte

Margit Bencic – MIC

Foto: MIC

Mirella Cuchiero – karriere.at

Foto: karriere.at

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Kontakt: Birgit R. Kriegl, BSc

E-Mail: karriere@fh-hagenberg.at

www.fh-ooe.at/career-center-hagenberg

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Donnerstag, 17. Oktober 2019, 12:00 bis 17:30 Uhr