Smartes Team für

smarten Antrieb

Leiter Gabriel Kronberger (2. v. l.) mit seinen wissen-schaftlichen Mitarbeitern (v. l.) Michael Kommenda, Lukas Kammerer, Florian Bachinger, Bogdan Burlacu und Assistentin Eva-Maria Holzleitner. Foto: FHOÖ

Effizienter, umweltschonender – die Anforderungen an die Motoren der Zukunft sind hoch. Das Team des neuen Josef Ressel Zentrums in Hagenberg hilft dabei, sie umzusetzen.

Verbrennungsmotoren haben Konkurrenz durch Hy-brid- und Elektroantriebe bekommen, gleichzeitig gilt es schärfere Abgasnormen einzuhalten. Damit ste- hen die Hersteller von Antriebsystemen und deren Komponenten, vor allem in der Autoindustrie, vor großen Herausforderungen.

Bei deren Entwicklung spielen auch deshalb mathematische Modelle und Si- mulationen eine immer bedeutendere Rolle. Im 2018 neu eröffneten und nun- mehr dritten Josef Ressel Zentrum (JRZ) am FH OÖ Campus Hagenberg wer- den dafür neue Lösungsverfahren auf Basis der „symbolischen Regression“, die dem JRZ seinen Namen gibt, entwickelt.

„Wir erforschen neue Algorithmen und Methoden für empirische und semiphy- sikalische Modellierung. Existierende Lösungsverfahren verwenden oft evolu- tionäre Algorithmen, die nichtdeterministisch, schwierig zu konfigurieren und für industrielle Anwendungen nicht effizient genug sind”, sagt JRZ-Leiter Dr. Gabriel Kronberger.

Eine Million Euro für neue Algorithmen

„Unsere Partner sind AVL List und Miba Frictec, beide Hersteller von Antriebs- systemen bzw. deren Komponenten. Durch die Integration unserer Lösungsan- sätze in deren Softwaresysteme können wir echtzeitfähige Modelle für die Ent- wicklung, Optimierung und Steuerung von Komponenten, etwa Antriebssträn- gen, liefern“, so Kronberger weiter.

Das JRZ wird mit 1,14 Millionen Euro gefördert, wobei das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und die Partnerunterneh- men je die Hälfte der Finanzierung tragen.


Mehr Infos: www.symreg.at

Kronberger mit Prof. Dr. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler For- schungsgesellschaft.

Foto: FH OÖ

-3 Schwerpunkte: Softwaretechnolo- gie und Anwendungen, Informati- ons- und Kommunikationssysteme, Medien- und Wissenstechnologien

-12 Forschungsgruppen: Embedded Systems, Networks und Mobility, Si- chere Informationssysteme, Know- ledge Media und Engineering,

MediaInteraction Lab, Playful Interactive Environments, Assistive Technology Lab, Bioinformatik, Advanced Informati- on Systems und Technology, Heuristi- sche Verfahren und Evolutionäre Algo- rithmen, Mobile Interactive Systems, Symbolische Regression forschung.

fh-ooe.at/research-center-hagenberg

INNOVATIONEN FÜR DIE DIGITALE ZUKUNFT: F&E IN HAGENBERG

WORDRAP

… mit Dr. Gabriel Kronberger, Leiter des Josef Ressel Zentrums für Symbolische Regression


Erster Berufswunsch: Koch

Erste „Berührung“ mit Computern: Eine-HP-9000 Workstation mit HP-UX, die mein Vater ca. 1994 zu Hause stehen hatte. Man konnte darauf eine Variante von Basic pro- grammieren. Später GW-Basic und Turbo Pascal auf Intel 386 in der Schule.

Lieblingsfach in der Schule: Physik

Mein Vorbild: Keines. Ich glaube, es wäre falsch, sich an den Prinzipien oder am Schaffen anderer zu orientieren. Meine Großmutter hatte eine gesunde Lebenseinstel- lung.

Mein Lieblingssong: Was gerade auf Spotify läuft und zu meiner Stimmung in dem Moment passt. Konstantin Gropper ist ein Musikgenie.

Spaß an der Arbeit bedeutet für mich: Wenn man gemeinsam mit KollegInnen et- was schaffen kann.

Ein guter Morgen beginnt für mich mit: Kaffee

Wenn ich nicht forsche/lehre, tue ich gern: Rad fahren

Forschung ist für mich wie: … ein Grundbedürfnis, das durch meine große Neugier getrieben wird.

Meine Forschungstätigkeit in einem Tweet (280 Zeichen) erklärt: Developing a robust, parameterless and efficient algorithm for identifying regression models repre- sented as simple mathematical expressions and applying it for modelling modern powertrain components.

Was ich gern erfinden/entwickeln würde: Einen Quantencomputer, der tatsächlich eine sinnvolle Aufgabe löst.

Woran ich jetzt gerade arbeite: An der Konkretisierung der Vertragsbedingungen für das JRZ.

Das komplizierteste Wort in Zusammenhang mit meiner Forschung: Assoziativi- tät und Kommutativität sind für mich schwer auszusprechen. Ein kompliziertes Kon- zept ist der Einsatz semantischer Hashfunktionen für annähernde dynamische Pro- grammierung, um symbolische Ausdrücke zu erzeugen.

Typisch Forscher – oder doch nicht? Ich trage keinen Labormantel und keine Brille.

Was ich Jugendlichen für ihre Berufswahl gern mit auf den Weg geben möchte:

Foto: FHOÖ