Claudia Gattringer (Mitte) hat zwei abgeschlossene Studien am FH OÖ Campus Steyr absolviert, die Steuerberatungsprüfung nebenbei geschafft – und dazu immer gearbeitet. Heute ist sie Geschäftsführerin der Steuerberatungskanzlei Gattringer, Schiller & Partner.

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Turboboost für die Karriere

Wer in puncto Job schnell etwas erreichen will, ist mit einem berufsbegleitenden Studium richtig unterwegs: So kann man früher in das Berufsleben starten und auch gleich erworbenes Wissen in die Arbeit einbringen.

Jung und erfolgreich – ein besseres Testimonial als Claudia Gattringer findet man kaum. So kann die Oberösterreicherin mit gerade einmal 31 Jahren auf ein abgeschlossenes Chemiestudium, ein Jahr Tätigkeit im Key Account Ma- nagement, zwei abgeschlossene Controlling-, Rechnungswesen- und Finanz- management-Studien (CRF-Studien) am FH OÖ Campus Steyr sowohl im Ba- chelor als auch im Master sowie eine absolvierte Steuerberatungsprüfung zu- rückblicken. Ganz abgesehen davon, dass sie nebenbei immer gearbeitet hat – erst als Berufsanwärterin für Steuerberatung in der Kanzlei Gattringer, Schiller & Partner, später als deren Geschäftsführerin.


Gutes Zeitmanagement zählt

Was es dafür gebraucht hat? Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und das richtige Studium. „Eigentlich wollte ich schon als Kind Steuerberaterin werden“, erinnert sich Gattringer. „Das Chemiestudium kam dazwischen, weil ich mir gedacht habe, dass ohnehin so viele Menschen Betriebswirtschaft studieren“, erinnert sie sich. Später entschied sie sich doch für den früheren Traumberuf – und das CRF-Studium am FH OÖ Campus Steyr in der Variante berufsbegleitend: „Nachdem ich bereits ein Studium als Vollzeitstudentin an der Universität ab- solviert hatte, war das für mich keine Option mehr, da ich unbedingt ins Berufs- leben einsteigen wollte“, so die heutige Steuerberaterin. Dafür musste sie aller- dings über viele Jahre hinweg – von 2013 bis 2018 – Doppeltes leisten. Gattringer: „Im Schnitt habe ich 50 Stunden pro Woche gearbeitet. Für das FH- Studium waren Freitagnachmittag und Samstag reserviert. Zusätzlich habe ich unter der Woche am Abend noch Hausübungen und Gruppenarbeiten ab- solviert bzw. für Prüfungen gelernt.“ Und als wäre das nicht genug, hat sie ne- benbei auch noch die sehr umfangreiche Steuerberaterprüfung absolviert. Rückblickend kann Gattringer gar nicht mehr genau erklären, wie sie alles ge- schafft hat. „Ein gutes Zeitmanagement, sowohl beruflich als auch privat, war sicher essenziell.“


Effizient arbeiten

Auch die Unterstützung des Dienstgebers ist bei berufsbegleitenden Studien ein Muss – das weiß auch Sebastian Soyka. Sein Arbeitgeber, die Energie AG Umwelt Service GmbH, hat es ihm ermöglicht, das berufsbegleitende Studium neben den damaligen 45 Arbeitsstunden pro Woche trotzdem durchzuziehen. Soyka, der ein richtiger Profi in puncto berufsbegleitend ist – so hat er Matura, Bachelorstudium und eben das Masterstudium Digital Business Management auf diese Weise absolviert –, weiß wie diese Doppelbelastung zu bewältigen ist: „Neben dem Rückhalt von Familie und Freunden, hat mir eine effiziente Ar- beitsweise, die ich mir bereits in meinen vorherigen Ausbildungsschritten an- eignen konnte, sehr geholfen. Zudem hatten wir eine sehr gute Gemeinschaft innerhalb des Studiums. Der gemeinsame Austausch und die reibungslose Zu- sammenarbeit bei Gruppenarbeiten waren extrem hilfreich.“


Theorie und Praxis ergänzen einander

Aber auch die Gestaltung des Studiengangs an sich ist wichtig für einen rei- bungslosen Ablauf gewesen. „Der größte Vorteil des FH-Studiums war, dass die meisten Vorträge und Übungen am Freitagnachmittag bzw. Samstag statt- fanden. Dadurch war es möglich, an einem normalen Berufsalltag teilzuneh- men und trotzdem alle Kurse zu besuchen. Zudem war die Ausbildung sehr praxisorientiert. So war es mir möglich, erlernte Dinge sofort im Beruf anzu- wenden“, erklärt der 29-Jährige. Für seinen Job als Leiter des Vertriebsservice- teams, das sich unter anderem mit den Themen E-Business, Digitalisierung, CRM und Onlinemarketing beschäftigt, war entscheidend, dass genau in die- sen Bereichen das nötige Know-how vermittelt wurde. Soyka: „Bei meinem Ar- beitgeber werde ich häufig bei abteilungsübergreifenden Projekten eingesetzt, da meine Ausbildung ein breites Wissensfeld vermittelt hat.“


Viele Skills erworben

Ein Ziel vor Augen, um zu wissen, wofür man sich anstrengt, ist der Tipp von Claudia Gattringer, um die Doppelbelastung durchzuhalten. Auch für sie hat die Gestaltung des Studiums zum Gelingen beigetragen: „Der FH OÖ Campus Steyr ist sehr serviceorientiert, die Lehrveranstaltungen sind perfekt organi- siert, sämtliche Unterlagen werden rechtzeitig elektronisch zur Verfügung ge- stellt und etwaige Termine früh bekanntgegeben.“

Der große Praxisbezug hat für die Steuerberaterin gleich mehrere Vorteile ge- bracht: „Ich habe einerseits so fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse aufbauen können, sodass dieser Aspekt der Steuerberaterprüfung keine große Anstrengung dargestellt hat, und andererseits haben es mir diese Kenntnisse ermöglicht, in der Kanzlei betriebswirtschaftliche Problemstellungen mit unse- ren Klienten zu lösen.“ Neben den offensichtlichen Vorteilen für Job und Karrie- re erwirbt man durch den doppelten Einsatz noch weitere Fähigkeiten. „Ich konnte beispielsweise meine Skills rund um die Themen Netzwerken, Team- building, Gruppenarbeiten, Konfliktmanagement und Präsentationen stärken“, meint etwa Sebastian Soyka. Und Gattringer setzt hinzu: „Ich habe meine Fer- tigkeit verbessert, viele Dinge parallel zu erledigen und dabei nicht den Über- blick zu verlieren.“


Wissen verinnerlicht

Gebeten ein Fazit zu ziehen, ist Gattringer eine klare Bekennerin des berufsbe- gleitenden Studiums: „Wenn ich mein Chemiestudium, das ich als Vollzeitstu- dentin absolviert habe, mit meinem berufsbegleitenden Studium vergleiche, muss ich gestehen, dass ich das Wissen des berufsbegleitenden Studiums viel besser verinnerlichen konnte, da der Bezug zur praktischen Anwendung im Be- ruf bei der Wissensfestigung unterstützt.“

Ein klares Ja zum Weiterempfehlen gibt es auch von Sebastian Soyka: „In der Berufswelt werden berufsbegleitende Studierende sehr geschätzt, da man da- von ausgehen kann, dass diese besonders motiviert und engagiert sind.“

Sebastian Soyka ist ein Profi in puncto berufsbegleitend – er hat Matura, Bachelor- und Masterstudium auf die- se Weise absolviert. Sein Ar- beitgeber, die Energie AG Umwelt Service GmbH, hat es ihm ermöglicht, das Stu- dium neben den damaligen 45 Arbeitsstunden pro Wo- che zu bewältigen.

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