Foto: Fotolia

Platzverweis für aktuelle Problemfelder

Erderwärmung, Tuberkulose, Bluthochdruck, Spitalskeime oder rotes Papier – Welser Ökoenergie-TechnikerInnen und BiotechnologInnen forschen an der Lösung.

Rote Karte für die Erderwärmung

Wenn auch nicht die Lösung aller Probleme, kann man statt mit dem Auto mit dem von Studenten entwickelten FH-Solarliegerad des Studiengangs Öko En- ergietechnik von Wels nach Wien kommen. Das kann sehr lustig sein, zeigt aber auch, dass umweltfreundliche Energie praktisch verwendbar ist. Das nächste Ziel ist eine Fahrt über die Alpen bis nach Caorle. „Das war schon ein tolles Gefühl“, resümiert Projektleiter Rudolf Kraft. „Wir haben das Liegerad ei- genhändig konstruiert, gebaut, ausgerüstet und können diese Idee nun der Öf- fentlichkeit bekanntmachen.“


Rote Karte für Tuberkulose

Der Biochemiker Walter Welz ist nicht immer am Campus der FH OÖ Wels an- zutreffen, auch wenn er dort Lektor des Studiengangs Bio- und Umwelttechnik ist. Denn Welz arbeitet für die Weltgesundheitsorganisation, um neue, wirksa- me Antibiotika zur Behandlung von Tuberkulose zu erforschen. Als große Hoffnung für neue, wirksame Antibiotika gilt der Urwald. Dort gibt es tausende bislang unbekannte Pflanzen, die solche Antibiotika enthalten können. „Die Na- tur ist seit Jahrtausenden eine reichhaltige Quelle für Medikamente“, meint Welz. „Wir müssen uns wieder mehr darauf besinnen, Wirkstoffe in Pflanzen zu suchen“.


Rote Karte für Bluthochdruck

Wie töten Giftschlangen ihre Beute? Da gibt es unterschiedliche Antworten. Viele Schlangen lähmen die Beute, indem das Gift den Blutdruck senkt und den Herzschlag verlangsamt. Das ist genau die Wirkung von blutdrucksenken- den Medikamenten. Das ist nur ein Argument, warum am Studiengang Bio- und Umwelttechnik Schlangengifte erforscht werden. „Zwei der erfolgreichs- ten blutdrucksenkenden Medikamente wurden auf Basis von Stoffen, die aus Schlangengift isoliert wurden, entwickelt“, meint dazu der Studiengangsleiter Bio- und Umwelttechnik Dr. Thomas Eidenberger.


Rote Karte für „Spitalskeime“

Wer hat noch nicht von „Spitalskeimen“ gehört, die zu schweren Infektionen bei Spitalspatienten führen? Ein wichtiges Hilfsmittel für den Kampf gegen solche Keime ist die rasche und frühzeitige Erkennung solcher Infektionen. Dafür testen und verwenden die Studierenden des Studiengangs Bio- und Um- welttechnik einen Schnelltest, den die oberösterreichischen Firma Genspeed entwickelt hat. Mit diesem Test kann man solche Infektionen innerhalb von 75 Minuten nachweisen und damit eine frühzeitige Bekämpfung einleiten. Zu- künftig soll dieser auch für das Aufspüren der Quellen für Spitalskeime ver- wendet werden. „Wenn Spitalskeime schon vor einer Infektion unschädlich ge- macht werden könnten, hätten wir einen großen Schritt zur Lösung dieses Problems getan“, sagt dazu Dr. Manuel Selg, Professor für Molekularbiologie des Studiengangs Bio- und Umwelttechnik.


Rote Karte für rotes Papier

Die Geschichte beginnt mit rot verfärbtem Prozesswasser, das in einer Papier- fabrik zu einer rötlichen Verfärbung des hergestellten Papiers führte. Zwei Stu- denten des Studiengangs Bio- und Umwelttechnik konnten dieses Problem, das zu mehreren hunderttausend Euro Schaden geführt hatte, im Rahmen des Berufspraktikums lösen und damit der Firma außerordentlich helfen.

Die Herkunft der „roten Farbe“ war schnell gefunden. Rot gefärbte Bakterien hatten sich im Prozesswasserkreislauf festgesetzt und dort trotz regelmäßi- ger Desinfektion „blühen und gedeihen“ können. Das war auch rasch geklärt, denn diese Bakterien waren gegen den Wirkstoff im Desinfektionsmittel im- mun. Durch Einsatz eines geeigneten Desinfektionsmittels wurde das Problem gelöst. Die Ursache für die Keime im Prozesswasser wurde im nächsten Schritt untersucht und gefunden. Durch den Tausch eines undichten Gerätes (Wärmetauscher) im Wasserkreislauf konnte die Ursache behoben werden.

Um zukünftig mögliche Verunreinigungen frühzeitig zu erkennen, wurde ein Warnsystem in den Wasserkreislauf eingebaut. „Ein geniales Zusammenspiel von Bio- und Umwelttechnik“, meinte der Verantwortliche der Papierfabrik. „Nur das kombinierte Fachwissen von Mikrobiologie, Chemie, Laboranalytik, Mess- und Regeltechnik und Verfahrenstechnik hat die Problemlösung ermög- licht.“

Der Öko- Energietechnik-Student Ing. Wolfgang Kröpfel BSc (sit- zend) hat gemeinsam mit FH- Prof. DI Rudolf Kraft (re.) und den beiden Technikern Georg Huber (li.) und Ing. Helmut Hüttmanns- berger (hinten) das Solarliegerad entwickelt.

Foto: FH OÖ

Der Welser FH-Lektor Dr. Walter Welz entwickelt ein Antibiotikum gegen Tuberkulose.

Foto: FH OÖ

Energie- & Life-Sci- ence-Studiengänge


-Bio- und Umwelttechnik

-Lebensmitteltechnologie & Ernährung

-Öko Energietechnik

-Sustainable Energy

Systems

-Verfahrenstechnische Produktion


www.fh-ooe.at/campus-wels