Kühler Kopf für Radprofis

DI Hannes Forsthuber und Matthias Forsthuber MSc suchen Partner aus der Helmindustrie für ihre Innovation.

Foto: GREGFORS

Zwei Welser FH-Absolventen sorgen für frischen Wind im Helm-Sektor. Ihr neues Belüftungssystem ist bereits patentiert.

Die besten Ideen entstehen oft aus der Praxis – so auch bei einem Radtrai- ningslager der Zwillingsbrüder Hannes und Matthias Forsthuber in Po- rec/Kroatien. „Der Trend bei Radhelmen geht schon seit einigen Jahren vor al- lem in Richtung Aerodynamik, zählt doch beim Zeitfahren das Tempo“, weiß Hannes Forsthuber. Damit der Fahrer vom Fahrtwind nicht nachteilig ge- bremst wird, wird auf Belüftungsöffnungen verzichtet, und die Fahrer bekom- men schnell einen heißen Kopf. Schließlich reagiert das thermoregulatorische System des Menschen sehr sensibel am Kopf, wenn die Wärme nicht abge- führt wird. Die Folge ist nicht nur Hitzestau unterm Helm, sondern auch eine geringere Leistungsfähigkeit.

Schweißabsauger im Helm

Forsthuber: „Unser neu entwickeltes Helmsystem setzt jedoch nicht auf durchströmende Luft, sondern vielmehr darauf, die Luftfeuchtigkeit aus dem Helm abzusaugen.“ Dieses technische Prinzip ist als Venturi-Effekt bekannt. Kombiniert mit einer speziellen Membran führt das dazu, dass der Schweiß durch Unterdruck aus dem Helminnenraum abgesaugt wird, sobald Fahrtluft das Helmmodul durchströmt. „Das Tolle an diesem System ist, dass es im Sommer Kühlung verspricht, im Winter den Kopf aber wärmt, weil die Mem- brane bei niedrigen Temperaturen ihre Poren schließt“, begeistert sich der 29- Jährige. Ein unangenehmes Eindringen von Insekten wird zudem vermieden und gesundheitsschädigende UV-Strahlungen auf der Kopfhaut werden abge- halten. Dennoch bleibt der gewünschte aerodynamische Effekt durch die ge- schlossene Helmschale.

Prototyp im Zuge der Masterarbeit

Die fachlichen Kenntnisse für so eine Innovation verdanken die Zwillinge ihren unterschiedlichen FH-Studiengängen Metall und Kunststofftechnik (Hannes), Innovations- und Produktmanagement und Mechatronik/Wirtschaft (Matthi- as). Die Umsetzung der Idee verfolgte Hannes Forsthuber im Zuge seiner Masterarbeit, er baute auch den ersten Prototypen.

„An der TU München haben wir am Lehrstuhl für Ergonomie Schweißtests durchgeführt und beim Klimakammer-Test die Funktion des Helms überprü- fen lassen – mit positivem Ergebnis.“ Am Transfercenter für Kunststofftechnik in Wels wurden zudem die dafür notwendige Produktionstechnik und der Pro- duktionsablauf extern bewertet.

Patent genehmigt, Partner gesucht

Die Zwillinge haben ein Unternehmen namens GREGFORS gegründet – und die Erfindung beim österreichi-schen Patentamt eingereicht und geschützt. Was jetzt noch fehlt, sind Partner aus der Helmindustrie. Denn die Brüder se- hen sich als Technologieanbieter für Helmhersteller, die auch das Consulting von der Konstruktion bis zur Produktion übernehmen – Helme selbst wollen sie aber nicht herstellen.

Erreichen sie ihr Ziel, sind vielleicht bald auch schon die Stars der Tour de France mit ihrer Helmtechnologie am Start.


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Das patentierte Belüf- tungssystem sorgt für einen kühlen Kopf.

Foto: GREGFORS