Die Landwirte von morgen

Auch solch traditionsreiche Berufe wie der des Landwirts unter- liegen ständigen Neuerungen. Und genau in diesen werden die Studierenden des neuen Studiengangs Agrartechnologie und - management ausgebildet.

Ein Landwirt mit Zukunftspotenzial muss einiges draufhaben: „Er muss IT- Techniker, Chemiker, Physiker, Lebensmittelhygieniker und Verkaufsprofi sein“, bringt es Claudia Probst, Leiterin des neuen sechssemestrigen Agrarstudien- gangs auf den Punkt. Zumindest von allem ein bisschen. Denn Tatsache ist: Der Agrarsektor ist im Umbruch und der Trend zur nachhaltigen ökologischen Produktion sowie das steigende gesellschaftliche Interesse an der Lebensmit- telherkunft haben weitgehende Änderungen im Agrarbereich zur Folge.

Dreifache Fachkompetenz

„Unsere Studieninhalte sollen alles abdecken, was in Zukunft in einem land- wirtschaftlichen Betrieb benötigt wird – in all seinen Facetten“, so Probst. Da- bei geht es etwa um den Einsatz modernster Technik, wie Telematics oder Precision Farming, die es ermöglicht, ressourceneffizient zu wirtschaften.

Es geht aber auch um betriebswirtschaftliche Kompetenz und die Fähigkeit, die eigenen Produkte gut zu vermarkten. Hier sollte man z. B. die Bedeutung des Preis-Risikomanagements oder der Warenterminbörsen verstehen. „Zu- dem stehen natürlich klassische Themen wie die pflanzliche und tierische Produktion sowie die Tiergesundheit, die Lebensmittelqualität und die Nach- haltigkeit im Fokus des Studiums“, weiß die Leiterin des Studiengangs, der im Oktober 2018 startet.


Junge Landwirte als Studierende

Den Bedarf für dieses neue Studium sehen die Entwickler vor allem im regio- nalen Bereich. Ist doch Oberösterreich das führende Bundesland in der Agrar- und Lebensmittelindustrie. Und so kommen auch 70 Prozent der Bewerber aus der Region. „Viele von ihnen wohnen auf dem elterlichen Hof, arbeiten dort nebenbei und sind mit diesem tief verwurzelt“, so die Studiengangsleite- rin. „Viele haben aber noch Zeit, bis es so weit ist, den Hof zu übernehmen, und diese wollen sie nutzen um möglichst viel zu lernen“, setzt sie fort. Eines ist der Studiengangsleiterin wichtig: Die Studierenden sollen Spaß an der Ma- terie haben, egal welchen Weg sie später einschlagen. „Die Landwirtschaft verändert sich stetig und wir müssen uns gleichermaßen mitverändern. Aber man kann nicht immer mit dem Kopf durch die Wand. So manches, das der Vater und Großvater schon gemacht haben, ist nicht unbedingt schlecht, nur weil es jetzt die Digitalisierung gibt. Andererseits sollte man sich auch die neu- en Technologien zunutze machen, z. B. Smart Apps. Selbst dann, wenn der Großvater vielleicht nicht weiß, wie ein Smartphone funktioniert“, so Probst.


Zweites Standbein für Landwirte

Im Studium gibt es reichlich Berufspraktika und Projekte, in denen man zum Beispiel mit diversem Saatgut, unterschiedlichen Düngemitteln oder dem Ein- satz von Hygienemittel beim Melken Erfahrung sammeln kann. Für Interes- sierte ist auch ein Auslandssemester möglich. „In jedem Fall stehen am Ende dieses Studiums den AbsolventInnen viele Berufswege offen“, so Claudia Probst. Ganz klassisch die Führung von landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch die Beratung im Agrarbereich, der Vertrieb von Agrartechnik, die Agrar- produktentwicklung oder auch die Forschung und Entwicklung. „Man muss kein Landwirt sein, um sich für dieses Studium zu entscheiden“, betont die Lei- terin von Agrartechnologie und -management. „Allerdings sollte man Liebe für die Landwirtschaft mitbringen.“

Studiengangsleiterin

Dipl. Oec.Troph Dr. Claudia Probst

Foto: privat

Man sollte sich auch in der Land- wirtschaft die neuen Technologien zu Nutze machen, z.B. Smart Apps.

Illustration:

Rainer Messerklinger

Innovation Week – Querdenken gefragt


Ein reales Problem mit den im Studium gelernten Tools angehen, inter- disziplinär mit KollegInnen aus anderen Studiengängen und anderen Fa- kultäten arbeiten und gemeinsam eine Woche lang in intensivem Aus- tausch eine Lösung entwickeln und präsentieren – das alles hat die In- novations- und Produktmanagement-Absolventin Maria Fuchs MSc ver- anlasst, vor drei Jahren, als die FH OÖ die erste Innovation Week ins Le- ben gerufen hat, teilzunehmen. Die Idee des Konzepts stammt ursprüng- lich aus Stamford. „Die komplexen Problemstellungen kommen von ver- schiedenen Firmen. Die Studenten aus den Bereichen Technik, Informa- tik und Wirtschaft versuchen, innovative Lösungsansätze zu entwickeln“, führt Kristiana Roth MSc, die das Projekt heuer als wissenschaftliche Mitarbeiterin begleitet hat, aus. Maria Fuchs etwa sollte mit ihrem Team für die Post den letzten Kilometer eines Pakets bis zum Kunden analy- sieren und, wenn möglich, optimieren. „Dafür haben wir Post-Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag begleitet, potenzielle Kunden interviewt und letzt- endlich den Prototyp einer App entwickelt“, erinnert sich die mittlerweile fertigstudierte Innovations- und Produktmanagerin. Ihr Fazit: „Eine tolle, intensive Woche, die mir sehr viel gebracht hat.“ Wer sich auch für eine solche außergewöhnliche Abwechslung im Studienalltag interessiert – 2019 findet die nächste Innovation Week statt.


Weitere Infos:

Innovations- und Produktmanagement, www.fh-ooe.at/ipm

Kreative Lösungsansätze werden in der Innovation Week gesucht und gefunden.

Foto: Sergiy Tykhonov

Technik-Studiengänge

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www.fh-ooe.at/campus-wels